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Wir, die GM, haben am 30. Oktober 2019 in Begleitung von Frau Gahr die Ordensburg Vogelsang in der Eifel besucht. Frau Wonnemann von der Akademie Vogelsang IP führte uns zunächst durch die Ordensburg, bevor sie mit uns den Workshop "Entgrenzung und Gewalt" durchführte, in dem wir uns mit dem politischen Wirken der Ordensjunker nach deren Ausbildung auf der Burg Vogelsang befassten.

Doch zunächst zur Burgführung:

Während der insgesamt zweieinhalbstündigen Tour über das Gelände erfuhren wir von Frau Wonnemann nicht nur die wichtigsten historischen Daten und Fakten, sondern sie zeigte uns auch die wichtigsten Stationen auf dem Gelände, darunter auch den Appellhof, auf dem sich die Ordensjunker regelmäßig zum Appell versammelten. Auch wurde uns gezeigt, wie die Ordensjunker, die sich üblicherweise freiwillig um eine Ausbildung auf der Ordensburg bewarben, um ihre Chancen auf eine Führungsposition zu steigern, untergebracht waren. Dabei fiel uns auf, dass alles darauf ausgerichtet war, die Privatsphäre der Ordensjunker maximal einzugrenzen: sie durften weder unerlaubt das Gelände verlassen, noch durften sie viel Kontakt zu ihren Familien haben.

Die letzte Station der Führung war die Statue des Fackelträgers, der damals als ein Ideal und Vorbild für den NSDAP-Nachwuchs dienen sollte. Nachdem wir im Anschluss eigenständig das Gelände erkundet und uns mit einem leckeren Mittagessen gestärkt hatten, begann mit dem Workshop der zweite Teil unseres Studientages.

Thema des Workshops war das Wirken der Ordensjunker, nachdem sie den Lehrgang auf Burg Vogelsang erfolgreich absolviert hatten. Dazu haben wir uns in Gruppen aufgeteilt und Präsentationen zu den verschiedenen Themen bzw. Ereignissen erarbeitet und vorgestellt. Dabei stellte sich heraus, dass die Ordensjunker nicht wie geplant für Verwaltungspositionen in den besetzten Gebieten ausgebildet wurden, sondern zu großen Teilen vorzeitig an die Front geschickt wurden, um dort höchste militärische Ämter sowie Führungspositionen in den Konzentrationslagern anzutreten. Bei der anschließenden Diskussion über die Rolle der Ausbildungsstätte Burg Vogelsang an den grausamen Gewalttaten der Ordensjunker im 2. Weltkrieg kamen wir zu keinem eindeutigen Ergebnis, da die jungen Männer zwar einerseits freiwillig an dem Lehrgang der Ordensburg teilnahmen, anderseits jedoch unter dem erheblichen Einfluss des permanenten Drills und der allgegenwärtigen Präsenz der Ideologie der NSDAP standen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir einen ereignisreichen Tag auf der Ordensburg Vogelsang hatten. An diesem Tag hatten wir dank Frau Gahr die Möglichkeit, auch außerhalb des Unterrichts einen Einblick in unsere Lokalgeschichte zu erlangen. Darüber hinaus hat uns dieser Tag ermöglicht, unsere vorher im Unterricht gesammelten Erkenntnisse an einem Erinnerungsort zu vertiefen.

Wir sind froh über diese Möglichkeit und würden jedem empfehlen, diesen geschichtlich geprägten Ort einmal selbst auf sich wirken zu lassen.

Vaieshnavy und Danielle (GM)