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Wirtschaftliche, technische und gesellschaftliche Entwicklungen haben zu einer kontinuierlichen Veränderung der Arbeits- und Berufswelt geführt. Den Anforderungen im Zeichen der Globalisierung muss sich die Ausbildung verstärkt stellen.

So wurde die Verordnung über die Berufsausbildung zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau überarbeitet und neu gestaltet. Die Neuordnung ist am 01. August 2002 in Kraft getreten

Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel drei Jahre. In Abhängigkeit von der schulischen Vorbildung kann eine Verkürzung der Ausbildungsdauer mit dem Ausbildungsbetrieb vereinbart werden

Das Ausbildungsprofil der Industriekaufleute beinhaltet heute ein geschäftsprozessorientiertes Handeln. Nicht die Abwicklung eines eingegrenzten Aufgabenbereichs, sondern vielmehr die Entwicklung einer kundengerechten Problemlösung steht im Vordergrund. Industriekaufleute unterstützen sämtliche Unternehmensprozesse aus betriebswirtschaftlicher Sicht von der Auftragsanbahnung bis zum Kundenservice nach der Auftragsrealisierung. Sie können dabei sowohl in den kaufmännischen Kernfunktionen Marketing und Absatz, Beschaffung und Bevorratung, Leistungserstellung und –abrechnung und Personal als auch in Verbindung zu anderen Fachabteilungen und Projekten tätig sein.

Während der gesamten Ausbildung werden in Verbindung mit den Fachqualifikationen auch arbeitsfeldübergreifende Qualifikationen vermittelt. Dazu gehören unter anderem Kommunikationsfähigkeit, der Umgang mit Informations- und Kommunikationssystemen, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit und die Anwendung einer Fremdsprache.

Das Berufskolleg des Kreises Heinsberg in Erkelenz übernimmt als Partner im dualen System den schulischen Teil der Berufsausbildung. Die schulische Ausbildung erfolgt in Teilzeitform. Die Auszubildenden besuchen an zwei Vormittagen in der Woche den Berufsschulunterricht.

In den Fächern des berufsübergreifenden Bereichs (Deutsch/Kommunikation, Politik, Religionslehre und Sport) und in den Fächern des berufsbezogenen Bereichs werden die Auszubildenden auf die Bewältigung der Herausforderungen der Berufswelt vorbereitet.

Die Richtlinien nennen u.a. die Ziele:

eine Berufsfähigkeit zu vermitteln, die Fachkompetenz mit allgemeinen Fähigkeiten humaner und sozialer Art verbindet;
berufliche Flexibilität zur Bewältigung der sich wandelnden Anforderungen in Arbeitswelt und Gesellschaft im Hinblick auf das Zusammenwachsen Europas zu entwickeln;
die Bereitschaft zur beruflichen Fort- und Weiterbildung zu wecken.
Die geforderten Schlüsselqualifikationen überschreiten die Fachgrenzen des bisherigen Unterrichts, so dass der Unterrichtsstoff im berufsbezogenen Bereich in komplexen Lernfeldern behandelt wird.

 

Lernfelder

Ausbildungsjahr

1. Jahr

2. Jahr

3. Jahr

1

In Ausbildung und Beruf orientieren

X

 

 

2

Marktorientierte Geschäftsprozesse eines Industriebetriebes erfassen

 

X

 

 

3

Werteströme erfassen und dokumentieren

X

 

 

4

Wertschöpfungsprozesse analysieren und beurteilen

X

 

 

5

Leistungserstellungsprozesse planen, steuern und kontrollieren

X

 

 

6

Beschaffungsprozesse planen, steuern und kontrollieren

 

X

 

7

Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen

 

X

 

8

Jahresabschluss analysieren und bewerten

 

X

 

9

Das Unternehmen im gesamt- und weltwirtschaftlichen Zusammenhang einordnen

 

X

 

10

Absatzprozesse planen, steuern und kontrollieren (incl. Fremdsprache)

 

 

X

11

Investitions- und Finanzierungsprozesse planen

 

 

X

12

Unternehmensstrategien, -projekte umsetzen

 

 

X

Die Abfolge und Inhalte der Lernfelder wurden der prozessorientierten Ausbildungsstruktur angepasst.

Die Informationsbeschaffung, -verarbeitung und -auswertung mit informationstechnischen Systemen sowie die Vermittlung von fremdsprachlichen Qualifikationen werden in die einzelnen Lernfelder integriert.

Wesentliche Neuerung der Ausbildungsordnung ist eine modifizierte Prüfungsgestaltung.

Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes legen die Auszubildenden während der Ausbildung eine Zwischenprüfung ab. Die Zwischenprüfung findet in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt. Hier sind die konkreten Terminstellungen der zuständigen IHK zu beachten. Die Zwischenprüfung dauert höchstens 90 Minuten und umfasst praxisbezogene Aufgaben oder Fälle, die sich auf die betrieblichen und schulischen Inhalte des ersten Ausbildungsjahres beziehen. Das Ergebnis der Zwischenprüfung geht nicht in das Ergebnis der Abschlussprüfung ein.

Die Abschlussprüfung besteht aus vier Prüfungsbereichen. Die schriftliche Prüfung ist in den Bereichen

Geschäftsprozesse
Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
Wirtschafts- und Sozialkunde 
zum Ende des letzten Ausbildungshalbjahres durchzuführen.

Die praktische Prüfung wird im Bereich

Einsatzgebiet 
am Ende der Ausbildung durchgeführt. Dabei soll der Auszubildende in einer Präsentation und einem Fachgespräch die Beherrschung komplexer Fachaufgaben und ganzheitlicher Geschäftsprozesse  sowie seine Problemlösungsfähigkeit in der Praxis nachweisen. Gegenstand der Präsentation und des Gesprächs ist eine bestimmte Fachaufgabe, die der Auszubildende in einem Einsatzgebiet seiner Ausbildung selbständig durchgeführt hat.

Freuen Sie sich auf eine moderne Ausbildung in einem attraktiven und vielseitigen Ausbildungsberuf.

Ansprechpartner: Herr Prümmer